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Seit Anfang Juni ist das Team des Ackerwildkraut-Projektes unterwegs und den Ackerwildkräutern auf der Spur. Im aktuellen Modellprojekt zur Verbesserung der Situation von Ackerwildkräutern werden vegetationskundliche Bestandaufnahmen auf ausgewählten Flächen durchgeführt und gemeinsam mit LandwirtInnen Perspektiven zur Förderung der Ackerwildkrautarten geschaffen. Ziel ist der Erhalt und die Förderung von Ackerwildkräutern. Bereits mehr als die Hälfte dieser Arten gelten entweder als gefährdet, vom Aussterben bedroht oder gelten gar als ausgestorben. Die Förderung von Ackerwildkräutern trägt zudem zur Erhöhung der Biodiversität und dem Erhalt wichtiger Habitate für die Tier- und Pflanzenarten der Agrarlandschaft bei. Ackerwildkräuter, auch Segetalpflanzen genannt, erfüllen wichtige ökologische Funktionen, zum Beispiel in dem sie Bienen, Hummeln und Schmetterlingen Nahrung bieten, die wiederum eine wichtige Nahrungsgrundlage insektenfressender Feldvögel darstellen.

Gewöhnlicher Finkensame

Wissenschaftlicher Name: Neslia paniculata

Familienzugehörigkeit: Brassicaceae, Kreuzblütler

In Sachsen-Anhalt stark gefährdet (RL 2); in Deutschland gefährdet (RL 3)

Der Finkensame ist eine einjährige bis 80 cm hohe Pflanze mit länglich-lanzettlichen (unten) bis pfeilförmigen (oben) Blättern und goldgelben Blüten, aus denen kugelige Schötchen hervorgehen. Wie der historisch geprägte Name der Pflanze veranschaulicht, dienen die Samen den Vögeln der Feldflur als Nahrung – sofern die Art nicht frühzeitig untergepflügt wird. Der Finkensame wächst vor allem als Ackerwildkraut in Wintergetreide und kommt auf Kalkscherbenäckern vor. Einer der wenigen Fundorte in Sachsen-Anhalt befindet sich nahe Freyburg.

Venuskamm

(auch Gewöhnlicher Nadelkerbel)

Wissenschaftlicher Name: Scandix pecten-veneris

Familienzugehörigkeit: Apiaceae, Doldengewächse

In Sachsen-Anhalt vom Aussterben bedroht (RL 1); in Deutschland stark gefährdet (RL 2)

Durch die Intensivierung des Ackerbaus ist der Venuskamm sehr selten geworden. In Sachsen-Anhalt sind nur noch wenige Standort dieser Art bekannt. Charakteristisch sind die bis 8 cm langen geschnäbelten Früchte, die sich zu einem eindrucksvollen Kamm aufstellen. Scandix pecten-veneris, ist wärmeliebend und kommt vor allem auf Ton- und Lehmböden in Getreide (vor allem Weizen) vor.

Acker-Haftdolde

Wissenschaftlicher Name: Caucalis platycarpos

Familienzugehörigkeit: Apiaceae, Doldengewächse

In Sachsen-Anhalt gefährdet (RL 3); in Deutschland gefährdet (RL 3)

Auch die Acker-Haftdolde, ein alter Kulturbegleiter in Getreidefeldern, ist heute nur noch gelegentlich auf nährstoffärmeren Äckern zu finden. Das charakteristische Pflanzenmerkmal des ansonsten unscheinbaren, eher zierlichen Doldenblütlers sind die gestachelten Früchte.

Rundblättriges Hasenohr

Wissenschaftlicher Name: Bupleurum rotundifolium

Familienzugehörigkeit: Apiaceae, Doldengewächse

In Sachsen-Anhalt stark gefährdet (RL 2); in Deutschland vom Aussterben bedroht (RL 1)

Das Rundblättrige Hasenohr beeindruckt durch seine bläulich-grünliche Blattfärbung und die gelbgrüne Blüte. Die Art bevorzugt trockene, nährstoff- und kalkreiche, lehmige oder tonige Böden und ist vom Aussterben bedroht. Die Wolfsmilch-ähnliche Gestalt und die eiförmigen, stängelumfassenden Blätter sind charakteristisch für Bupleurum rotundifolium.

Sommer-Adonisröschen

Wissenschaftlicher Name: Adonis aestivalis

Familienzugehörigkeit: Ranunculaceae, Hahnenfußgewächse

In Sachsen-Anhalt gefährdet (RL 3); in Deutschland gefährdet (RL 3)

Das strahlend rot leuchtende Sommer-Adonisröschen ist ein echter Blickfang in jedem Acker. Es gibt zudem die etwas unscheinbarere hellgelbe Variante. Leider kommt es immer seltener in der Agrarlandschaft vor. Wo früher tausende Exemplare zu finden waren, sind heute oft nur noch vereinzelt Pflanzen zu sehen, was durch die intensive Bewirtschaftung der Ackerflächen und die Trockenheit bedingt ist. Das Sommer-Adonisröschen kommt auf extensiv bewirtschafteten, flachgründigen, kalkreichen Böden vor.