Draußen wird es jetzt kalt und ungemütlich. Doch während wir uns in unsere Häuser zurückziehen, findet mancherorts ein wichtiger Schritt der Kulturlandschaftspflege statt. So weiden gerade Schafe und Ziegen auf den Halbtrockenrasen unterhalb der Paulskopfwarte am Huy, vor den Toren Halberstadts. Diese Flächen waren jahrelang unternutzt und hatten bereits viel von ihrer Blüten- und Artenvielfalt verloren. Vor einem Jahr wurden sie aufwändig entbuscht und werden seit diesem Jahr nun wieder biotoptypengerecht beweidet. Was die Tiere trotz mehrfacher Weidegänge im Jahr nicht „schaffen“ konnten, wird bei der Winterweide nachbereitet. Die Schafe verbeißen überschüssige Gräser und Kräuter, die Ziegen kümmern sich derweil vor allem um die wieder aufkommenden kleinen Gebüsche. Filzschichten aus abgestorbenen Gräsern werden durch die Klauen der Weidetiere zertreten, wodurch sie besser verrotten können. So kommen wieder Licht und Luft an den Boden. In ihrem Fell transportieren die Tiere Samen über die Weideflächen, die an neuen Standorten Fuß fassen können. Besonders die zahlreichen seltenen Pflanzenarten werden gerade durch eine Winterweide zusätzlich gefördert. Das ist auch das Ziel: Die wertvollen Halbtrockenrasen sollen zahlreichen Pflanzen und Tieren wieder Lebensraum bieten.
Die Haltung der genügsamen Weidetiere im Freien auch während einer Winterweide entspricht am ehesten ihren Bedürfnissen. Tageslicht, frische Luft und Bewegung fördern ihre Gesundheit. Mit langanhaltender Nässe, Wind und strengem Frost können die Tiere draußen bleiben, auf die Gesundheit der Tiere achten der Schäfer und sein Team sehr genau.
Doch so lange sie noch draußen sind, pflegen sie die Kulturlandschaft und tragen ganz nebenbei zum Erhalt der Biodiversität bei.






