Zielstellung
Im Projekt werden die in den vorherigen Projekten zum Ackerwildkrautschutz erreichten Ergebnisse weiter verstetigt sowie der Ackerwildkrautschutz in Sachsen-Anhalt in der landwirtschaftlichen Praxis stärker verankert. Dies wird in diesem Projekt vorallem durch die Umsetzung von zielgerichteten Ackerwildkrautmaßnahmen passieren.
Folgende Arbeitspakete und Zielstellungen werden verfolgt:
- Umsetzung extensiver Bewirtschaftungsmaßnahmen zum Ackerwildkrautschutz in Kooperation mit der Landwirtschaft
- Fortsetzung der Begleituntersuchungen der kooperativen Ackerwildkrautschutzmaßnahme KN16
- Weiterer Aufbau einer Samenbank bedrohter Ackerwildkräuter
- Erhaltungsvermehrungen in Zusammenarbeit mit regionalen Wildpflanzenvermehrungsbetrieben, dem Botanischen Garten der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg und dem Schutzgarten des Biosphärenreservat Mittelelbe
- Einlagerung gefährdeter Ackerwildkräuter in der Dahlemer Saatgutbank
- Wiederansiedlungen und populationsstützende Maßnahmen gefährdeter Ackerwildkräuter
- Fortschreibung des Flächenkatasters zum Ackerwildkrautschutz in Sachsen-Anhalt
- allgemeine Beratung von Landwirtschaftsbetrieben zum Ackerwildkrautschutz sowie deren Finanzierungsmöglichkeiten
- Wissenstransfer u.a. durch einen Praxis-Workshop, Exkursionen, Fachvorträge und die Aktualisierung der Praxisbroschüre
Projektinhalte
Umsetzung von Maßnahmen zum Ackerwildkrautschutz
Es werden vier verschiedene Maßnahmen zum Erhalt und zur Förderung von Ackerwildkräutern im Projekt angeboten.
- Extensivgetreidestreifen zum Ackerwildkrautschutz
- Schonstreifen zum Ackerwildkrautschutz
- PSM-freier Ackerrandstreifen
- Wiederherstellung von Grenzertragsbrachen
Naturschutzfachliche Erfolgskontrolle kooperativer Agrarumwelt- und Klimamaßnahmen
Die in den fünf Naturkooperativen Sachsen-Anhalts (Magdeburger Börde, Nordharz, Mansfeld-Südharz, Querfurter Platte und Köthener Ackerland) umgesetzten AUKM-Ackerwildkrautstreifen werden in diesem Projekt naturschutzfachlich evaluiert.
Saatgutsammlung, Vermehrung und Wiederansiedlung stark gefährdeter sowie vom Aussterben bedrohter Ackerwildkräuter
Ackerwildkraut-Arten, die in Sachsen-Anhalt in ihrem Bestand stark gefährdet sind oder auszusterben drohen, werden in Zusammenarbeit mit regionalen Wildpflanzenproduzenten vermehrt. Hierzu werden Samen regionaler Herkünfte gesammelt und als Basissaatgut bei der Vermehrung im Freiland eingesetzt. Extrem seltene Arten werden in Erhaltungskulturen des Botanischen Gartens Halle vermehrt.
Auswahl von Zielarten im Projekt
Zusammenarbeit mit der Dahlemer Saatgutbank
Eine weitere Aufgabe des Projektes umfasst die Einlagerung von Saatgut gefährdeter Segetalarten in der Dahlemer Samenbank am Botanischen Garten Berlin. Hiermit soll zusätzlich zu den geplanten Maßnahmen (Vermehrungen, Aussaaten) sichergestellt werden, dass der aktuell noch vorhandene Genpool der Ackerwildkräuter Sachsen-Anhalts langfristig erhalten bleibt. Die Einlagerung von Saatgut ermöglicht, in der Zukunft auf unvorhersehbare Ereignisse reagieren und das Auslöschungsrisiko von Arten zusätzlich reduzieren zu können.
Fortschreibung des Ackerwildkrautkatasters
Das „Flächenkataster Ackerwildkrautschutz“ enthält alle bisher bekannten Flächen mit vorhandenen (Rest-)Vorkommen gefährdeter Ackerwildkräuter und damit Flächen mit hohem Potenzial für den Ackerwildkrautschutz in Sachsen-Anhalt. Es wird im Laufe des Projekts kontinuierlich fortgeschrieben.
Allgemeine Beratung von Landwirtschaftsbetrieben zum Ackerwildkrautschutz sowie deren Finanzierungsmöglichkeiten
Wir beraten allgemein zu aktuellen Förder-möglichkeiten im Rahmen der Agrarförderung sowie zu Finanzierungsmöglichkeiten über produktionsintegrierte Kompensation (PIK). Insbesondere bei Ackerflächen mit besonders hohem Potenzial für den Ackerwildkrautschutz beraten wir Betriebe zu Möglichkeiten einfacher Anpassungsmaßnahmen in der Bewirtschaftung auf freiwilliger Basis.

Wissenstransfer
Für den Wissenstransfer in die landesweite Praxis soll ein Workshop mit Experten und Praktikern aus Landwirtschaft und Naturschutz zur extensiven Bewirtschaftung für den Ackerwildkrautschutz durchgeführt werden.
Weiterhin wird in Exkursionen und Fachvorträgen über die Projektziele und -ergebnisse informiert.

Weiterführende Informationen
Mehr Infos finden Sie auf unserer Themenseite Ackerwildkrautschutz.











