Vision Klimaweg Oschersleben
Ein stadtnaher Wanderweg mit klimaresilienten Bäumen, vielfältigen Habitaten für Insekten, Vögel und Kriechtiere, Blühflächen, Umweltbildungsangeboten und attraktivem Naherholungsangebot – das ist das Ziel der Weiterentwicklung des Wanderweges „Seehäuser Weg“ zum „Klimaweg Oschersleben“.
Die Stiftung Kulturlandschaft freut sich, dieses Vorhaben der Stadt Oschersleben umfangreich zu unterstützen, welches durch das BMUKN mit Mitteln des „Aktionsprogramm Natürlicher Klimaschutz“ (ANK) gefördert wird.
Projektinhalte
Der Seehäuser Weg zwischen Oschersleben und Altbrandsleben zeichnet sich durch schöne Ausblicke, einzelne Informationsangebote, Sitzmöglichkeiten sowie abschnittsweise Allee- und Baum-Strauch-Hecken aus. Historische Plätze, Wegmarken und Höhen machen ihn beliebt bei Bürgerinnen und Bürgern.
Jedoch finden sich diese Strukturen fragmentiert entlang des Weges und bedürfen Maßnahmen zur Qualifizierung, Ergänzung und Pflege. Ein zweites Gebiet betrifft das Ufer des Stadtflusses „Bode“. Diese soll als Erfahrungsraum für Bürgerinnen und Bürger weiterentwickelt werden. Mit den geplanten Maßnahmen im Rahmen des Projektes soll der „Klimaweg“ zu einer Bereicherung für Mensch und Natur werden.
Das Projekt verfolgt drei Hauptziele:
1. Pflanzungen und Wegesicherung
Im Rahmen von Pflanzungen und Gehölzpflegemaßnahmen sind Einzelnachpflanzungen von Bäumen und Sträuchern sowie neu angelegte Baum-Strauch-Hecken und Baumreihen, die die Gehölzstrukturen am Weg vervollständigen, geplant. Hierbei wird besonderer Wert auf die Verwendung standortangepasster und regionaltypischer, aber auch klimaresilienter Gehölze gelegt. Zum Erhalt und zur Verkehrssicherung erhalten Altbäumen eine umfassende Pflege.
Zur Wegesicherung ist der Einbau von Entwässerungsrinnen vorgesehen, die das unkontrollierte Ausspülen des Weges verhindern. Das abgeleitete Wasser wird in Versickerungsmulden gesammelt, welche perspektivisch der Bewässerung der neu gepflanzten Jungbäume dienen.
Blühflächen auf landwirtschaftlichen Flächen entlang des Weges sind nicht nur eine Freude für das Auge der Stadtbewohnerinnen und -bewohner, sondern bieten Insekten und Wildtieren wertvolle Brut- und Nahrungshabitate.
2. Artenschutz & Umweltbildung
Die geplanten Baum-Strauch-Hecken bieten wichtige Strukturen zur Deckung und als Brut- und Nahrungshabitate für Gebüschbrüter. Darüber hinaus ergänzen Nisthilfen für Vögel, Insekten und Fledermäuse das Angebot für diese Tiergruppen. Ansitzwarten sind nicht nur hilfreich für Greifvögel wie den Rotmilan, sondern verhindern gleichzeitig die Beschädigung der neu gesetzten Jungbäume durch Greifvogel-Ansitz.
Benjeshecken, sowie Strukturhaufen aus Steinen und Totholz, stellen wertvolle Habitate für Insekten, Vögel, Reptilien sowie Amphibien dar und sind essenziell als Rückzugsraum angrenzend an die umliegenden offenen Agrarflächen.
Um das bereits bestehende Engagement weiter zu fördern, werden Bürgerinnen und Bürger der Umgebung eingeladen, bei dem Aufbau der Benjeshecken mitzuwirken. Dadurch können sie ihre eigene Wirksamkeit erleben, sammeln zugleich praktische Erfahrungen für die Umgestaltung eigener Gärten und entwickeln ein nachhaltiges Verständnis für den Klimaweg.
Ein Herzstück des Klimaweges ist zudem das umfangreich geplante Angebot an Umweltbildungsinformationen für Wandernde und Gruppen von Kindertagesstätten und Grundschulen. Es soll Einblicke in die verschiedenen Lebensräume und Arten am Ort geben und mit kleinen Aufgaben und Rätseln spielerisch Wissen vermitteln sowie Bewusstsein für Umweltthemen stärken.
3. Naherholung & Freizeit
Der Seehäuser Weg ist bereits jetzt ein beliebter Spazierweg. Im Rahmen des Klimaweg-Projektes sollen bestehende Motive des Märchen- und Sagenweges aufgegriffen und ausgebaut werden.
Ein weiteres Highlight der Planungen ist eine Aufwertung des Zugangs zum Stadt-Fluss Bode für Bürgerinnen und Bürger. Ein beliebter Liege- und Kanuplatz am Fluss wird ergänzt durch Sitz- und Grillmöglichkeiten, kleine Spielmöglichkeiten für Kinder sowie die notwendige Infrastruktur zur Vermeidung von Müllrückständen.
Aufgaben der Stiftung
Die Stiftung Kulturlandschaft begleitet das Vorhaben in der Entwurfs-, Genehmigungs- und Ausführungsplanung. Sie entwickelt ein Pflege- und Monitoringkonzept und gewährleistet die ökologische Baubegleitung.
Die Stiftung agiert in enger Zusammenarbeit mit der Stadt Oschersleben und Anrainern des entstehenden Klimaweges. Wir bedanken uns bei den landwirtschaftlichen Betrieben, der Interessensgemeinschaft Bode-Lachs e.V., den Wanderfreunden vom Sagen- und Geschichtswanderweg sowie den beteiligten Behörden für die konstruktive Zusammenarbeit.
Stadt Oschersleben (Bode), Dipl. Ing. Thomas Neumann, Klimaschutzmanager
Aktionsprogramm Natürlicher Klimaschutz (ANK), Bundesministerium für Umwelt, Klimaschutz, Naturschutz und nukleare Sicherheit (BMUKN)
















