Seit 2016 werden „Kartoffel- und Zwiebelerzeuger“ in Sachsen-Anhalt, Sachsen und Thüringen im Auftrag der REWE Group durch die Stiftung Kulturlandschaft Sachsen-Anhalt im Rahmen eines bundesweiten Projektes der Kulturlandschaftsstiftungen bei der Umsetzung biodiversitätsfördernder Naturschutzmaßnahmen im Kartoffel- und Zwiebelanbau beraten. Dabei können die am Projekt teilnehmenden LandwirtInnen aus einem Maßnahmen- katalog, der gemeinsam von den Kulturlandschaftsstiftungen, der REWE Group, Erzeugern und dem NABU Bundesverband erarbeitet wurde, auswählen. Die von den teilnehmenden LandwirtInnen erzeugten Kartoffeln und Zwiebeln werden mit dem PRO PLANET-Label „Für mehr Artenvielfalt gekennzeichnet und in REWE- und PENNY-Märkten angeboten.

Um das Label zu erhalten, müssen die Betriebe eine Mindestpunktzahl aus dem bepunkteten Maßnahmenkatalog pro Hektar Anbaufläche erreichen. Dabei erfolgt zunächst eine Bewertung bestehender Strukturen (Bestand) und Maßnahmen auf und an den Betriebsflächen. Hierbei liegt ein besonderes Augenmerk auf der Erfassung nutzungsaufgelassener Altgrasstreifen, bestehender Nahrungs- und Rückzugshabitaten, Blühstreifen, Brennnessel- und Ruderalfluren, Lesestein- und Reisighaufen, Röhrichtbereiche, extensiv bewirtschafteter Grünländer, Streuobstwiesen und anderer naturschutzfachlich wertvoller Biotope. Darauf aufbauend erfolgt eine Beratung der teilnehmenden Betriebe zu weiteren 30 möglichen Naturschutzmaßnahmen des Katalogs. In den Beratungsgesprächen werden den LandwirtInnen Maßnahmevorschläge unterbreitet und der jeweilige Nutzen für Biodiversität und Artenschutz erläutert, die Umsetzung der Maßnahmen erfolgt freiwillig und wird seitens der Stiftung begleitet. Die dazu notwendigen Materialien wie Pflanzgut, Saatmischungen oder Nisthilfen werden den Teilnehmenden durch Projektmittel zur Verfügung gestellt, die praktische Umsetzung erfolgt durch die LandwirtInnen.

Freiwilligkeit und finanzielle Unterstützung gewährleisten eine erfolgversprechende Umsetzung.

Im Verlauf der zurückliegenden Jahre hat sich der Kreis der durch die Stiftung Kulturlandschaft Sachsen-Anhalt beratenen Landwirtschaftsbetriebe erweitert. Derzeit werden 8 Betriebe mit insgesamt 15 Teilbetrieben bei der Planung und Umsetzung der Maßnahmen beraten. Jährlich konnte eine Zunahme an Maßnahmeflächen erreicht werden.

Bis einschließlich 2021 wurden insgesamt 231 Obstbäume und heimische Laubbäume gepflanzt, rund 7.300 Quadratmeter Hecken mit heimischen Nährgehölzen für die Insekten- und Avifauna angelegt, 2,6 ha Grünland extensiviert, 15 ha Blühstreifen angelegt und erhalten, 85 artgerechte Nistkästen für Singvögel, Turmfalken und Schleiereulen angebracht und aufgehängt, 88 Nisthilfen für Insekten (Nisthölzer, Insektenhotels und Florfliegenkästen) platziert und 63 Julen für Greifvögel an den Produktionsflächen aufgestellt.

Die Stiftung hat sich in den vergangenen Jahren insbesondere dafür eingesetzt, LandwirtInnen für den Anbau von Luzerne zu gewinnen, um die Populationen des Rotmilans als Verantwortungsart in Sachsen-Anhalt zu stärken. Im Rahmen des Projektes Pro Planet konnten somit insgesamt 21,4 ha Luzerneflächen in Sachsen-Anhalt neu angelegt werden.

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Ansprechpartner
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Dr. Jens Birger
Projektleitung
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Dr. Antje Birger
Projektbearbeitung