Ziel ist es, lokale degradierte Populationen wiederherzustellen oder bereits verschwundene Vorkommen von Segetalarten wiederanzusiedeln. Voraussetzung für solche Maßnahmen ist die langfristige extensive Bodennutzung der Ackerflächen.
Die Wiederansiedlung bedrohter Ackerwildkräuter in Sachsen-Anhalt wurde bereits versuchsweise im „Modellprojekt zur Verbesserung der Situation von Ackerwildkräutern in Sachsen-Anhalt“ gestestet und im Projekt „Erhaltung und Wiederherstellung der gefährdeten Segetalflora Sachsen-Anhalts“ erstmals auf mehreren Äckern in Sachsen-Anhalt
durchgeführt. Im Projekt „Ackerwildkräuter erhalten und fördern mit der Landwirtschaft“ (2026 bis 2029) werden diese Arbeiten weitergeführt.
Wiederansiedlungen und populationsstützende Maßnahmen
Das aus Vermehrung gewonnene Saatgut wird zur Wiederansiedlung seltener Ackerwildkräuter eingesetzt. Im Fokus stehen Arten, die in Sachsen-Anhalt als vom Aussterben bedroht oder als in ihrem Bestand stark gefährdet gelten.
Im November 2021 und 2022 wurde auf den beiden Extensiväckern am Wartberg und am Teufelsküchenberg bei Niederndodeleben nordwestlich Magdeburg Kornraden-Saatgut ausgebracht.
2022 wurde auch auf dem Schutzacker in Harsleben Kornrade ausgebracht.
Im Herbst 2024 wurden am Wartberg, Teufelsküchenberg,
Harsleben und Karsdorf weitere Arten ausgebracht:
- Wartberg, Teufelsküchenberg (Hohe Börde): Kornrade, Venuskamm, Sommer-Adonisröschen, Einjähriger Ziest
- Harsleben: Kornrade, Acker-Wachtelweizen, Sommer-Adonisröschen, Gelber Günsel
- Karsdorf: Flammen-Adonisröschen, Finkensame, Runder Lauch und Rundblättriges Hasenohr.
- Grockstädt: Rauhhaar-Eibisch, Sichel-Wolfsmilch, Rundblättriges Hasenohr




Auswahl von Arten der Wiederansiedlungsmaßnahmen




Erfolgskontrolle der Wiederansiedlungsmaßnahmen
Es wurden jährliche Erfolgskontrollen auf den Wiederansiedlungsflächen durchgeführt. Dafür wurden die Individiuen jeder Art einer Aussaatmischung je Aussaatplot ausgezählt.

Die Abbildung gibt bespielhaft einen Überblick über die Aussaaten wertgebender Ackerwildkräuter im Rahmen der Wiederansiedlungen und Populationsstützungen sowie deren Keimungs- und Etablierungserfolg auf dem Extensivacker am Teufelsküchenberg bei Niederndodeleben in der Hohen Börde im Zeitraum 2021 bis 2025. Folgende Arten wurden jeweils im Herbst der Jahre 2021, 2022 und 2024 ausgesät: 1: Kornrade (Agrostemma githago, RL 1 ST), 2: Blauer Gauchheil (Anagallis foemina, RL 3 ST), 3: Venuskamm (Scandix pecten-veneris, RL 1 ST), 4: Acker-Schwarzkümmel (Nigella arvensis, RL 1 ST), 5: Ackerröte (Sherardia arvensis, RL 3 ST), 6: Acker-Haftdolde (Caucalis platycarpos, RL 3 ST), 7: Sommer-Adonisröschen (Adonis aestivalis, RL 3 ST), 8: Ranken-Platterbse (Lathyrus aphaca, RL 2 ST), 9: Acker-Steinsame (Buglossoides arvensis, RL 3 ST), 10: Einjähriger Ziest (Stachys annua, RL 1 ST), 11: Spießblättriges Tännelkraut (Kickxia elatine, RL 3 ST). Die Größe der Kreise spiegelt die Größenordnung der eingesäten Samenmenge sowie der erfassten Individuendichte wider.

