Vor kurzem wurde das Dialog- und Demonstrationsprojekt F.R.A.N.Z. zum offiziellen Projekt der UN-Dekade „Biologische Vielfalt“ erklärt.
Mit der Auszeichnung wird die vorbildliche Arbeit von Landwirtschaft und Naturschutz zur Erhaltung der biologischen Vielfalt in Deutschland gewürdigt. F.R.A.N.Z steht als Abkürzung für „Für Ressourcen, Agrarwirtschaft und Naturschutz mit Zukunft“.

Einer von zehn Projektbetrieben in acht Bundesländern ist die Landwirtschaftliche Betriebsgemeinschaft GbR mit Sitz im Oscherslebener Ortsteil Groß Germersleben. Der Landwirtschaftsbetrieb liegt in der Magdeburger Börde, eine Region, die für ihre ertragreichen Löß-Schwarzerdeböden bekannt ist. Der Betrieb ackert auf etwa 1700 Hektar. Angebaut werden Getreide, Kartoffeln, Zuckerrüben, Raps und Mais. In einer Biogasanlage erzeugt man Ökostrom. Für Betriebsleiter Sven Borchert sind nicht nur die im Betrieb umgesetzten Biodiversitätsmaßnahmen maßgeblich, sondern auch wie diese sich in die betrieblichen Abläufe eingliedern. Für die Artenvielfalt wird auf einigen Flächen des Betriebes extensiv gearbeitet; das heißt, das Wintergetreide wird in doppeltem Saatreihenabstand und somit mit nur halber Saatstärke pro Quadratmeter gesät. Die Breite der Streifen beträgt mindestens 15 Meter. Der lichte Getreidebestand fördert das Vorkommen von Ackerwildkräutern. Ackerwildkräuter bieten Nahrung für Insekten, Insekten sind wiederum Nahrung für Feldvögel und Amphibien. Feldvögel finden geeignete Brutplätze im lichten Bestand. Zusätzlich wurden Erbsenfenster, Feldlerchenfenster und Blühstreifen angelegt.

Zu einem Feldtag auf den Demonstrationsflächen hatte der DBV eingeladen.
Die Stiftung Kulturlandschaft Sachsen-Anhalt betreut und berät den Betrieb, etwa bei der Auswahl und Planung der Biodiversitätsmaßnahmen sowie bei der anschließenden Pflege der Maßnahmenflächen. Außerdem unterstützt sie die organisatorische Projektarbeit vor Ort. Dr. Jens Birger, Geschäftsführer der Stiftung Kulturlandschaft Sachsen-Anhalt, fasst die erforderlichen Aufgaben zusammen.
Beim Erhalt der biologischen Vielfalt in der Agrarlandschaft sind Änderungen gerade dort angebracht, wo Landwirtschaft sehr intensiv betrieben wird. Hier packen Bauern wie Sven Borchert mit an. Die bisherigen Erfolge im Projekt bescheinigen die Richtigkeit des eingeschlagenen Weges und zeigen, dass naturschutzfachlich sinnvolle, praxistaugliche und wirtschaftlich tragfähige Naturschutzmaßnahmen positive Effekte auf die Artenvielfalt haben. Die Monitoring-Ergebnisse für die Jahre 2017 und 2018 der zehn F.R.A.N.Z.-Demonstrationsbetriebe verdeutlichen, dass extensive Getreideflächen, Feldlerchenfenster in großen Wintergetreideschlägen und Feldvogelstreifen im Mais zu höheren Feldvogeldichten geführt haben. Auch der Anteil von Wildpflanzen im extensiven Getreidefeld und in Blühstreifen ist deutlich höher als auf Vergleichsackerrändern oder im normalen Getreidebestand.

Das F.R.A.N.Z.-Projekt setzt somit zukunftsweisende Impulse für den Schutz der biologischen Vielfalt in der Agrarlandschaft und schafft die besten Voraussetzungen dafür, dass die im Projekt erfolgreich umgesetzten Naturschutzmaßnahmen bundesweit Akzeptanz und Nachahmer finden. Die Förderung des Projekts erfolgt mit Mitteln der Landwirtschaftlichen Rentenbank, mit besonderer Unterstützung des Bundesministeriums für Ernährung und Landwirtschaft und der Bundesanstalt für Landwirtschaft und Ernährung sowie durch das Bundesamt für Naturschutz mit Mitteln des Bundesministeriums für Umwelt, Naturschutz und nukleare Sicherheit.
Projektträger sind der Deutsche Bauernverband sowie die Umweltstiftung Michael Otto. Weitere Information unter www.franz-projekt.de.
Die Vereinten Nationen haben die zehn Jahre von 2011 bis 2020 der Biologischen Vielfalt gewidmet und ab sofort wird F.R.A.N.Z. auch auf der Webseite der UN-Dekade in Deutschland unter www.undekade-biologischevielfalt.de vorgestellt.